17.10.2012
"Qualifizierung 2.0" - Testen des Leistungsvermögens einer Strukturierten Verkabelung

... Stattdessen ermöglichen sie einfache OK/Fehler-Tests für spezifische Anwendungsnormen wie z.B. IEEE 802.3ab für 1 Gigabit Ethernet. Damit kann der Installateur dem Endkunden gegenüber nachweisen, dass eine bestimmte Anwendung vom Netzwerk problemlos übertragen wird, was vielen Endkunden bereits als Netzwerkdokumentation ausreicht. Ergänzend boten die ersten Geräte bereits Hilfsmittel zum Überprüfen einfacher Parameter wie Verdrahtung, Leitungslänge und zur Fehlersuche und konnten bereits in ein aktives Netzwerk miteingebunden werden, um auch dort einfache Tests, wie DHCP-Überprüfung und Ping-Test durchführen zu können.
IDEAL INDUSTRIES NETWORKS hat nun einen Qualifizierer, SignalTEK II, der zweiten Generation auf den Markt gebracht, der zum einen die Schwächen der ersten Generation aufhebt und zum anderen neue Funktionalitäten bietet. Diese dienen sowohl zum Nachweis der korrekten Installation von Kupfer- und Glasfaserstrecken, als auch zur Überprüfung der Unterstützung von Sprach-, Video-, Daten- und CCTV-Anwendungen über 10/100-Megabit- und 1 Gigabit-Ethernet. Waren die ersten Geräte eher als „Netzwerkkarten mit Bedienoberfläche in einem Testergehäuse“ zu verstehen, so sind die Geräte der neuen Generation vollwertige eigenständige Testsysteme, die sowohl bei der Installation und der Erweiterung eines Netzwerkes, als auch bei der Fehlersuche in einer bereits laufenden Anlage einsetzbar sind.

Eine der wichtigsten Verbesserungen gegenüber der ersten Generation von Geräten stellt der neue Verdrahtungstest dar. Nutzte man bei den älteren Geräten noch die (limitierten) Möglichkeiten des verwendeten Netzwerk-Chips im Gerät, so befindet sich nun eine eigene Schaltung für diesen Basistest im Gerät. Dies ermöglicht, einzigartig in dieser Klasse der Testgeräte, die Überprüfung der Verkabelung nach Adernpaar und nach Einzelpin, was die Fehlersuche bei Verdrahtungsfehlern enorm vereinfacht und somit beschleunigt. Die Funktion der Längenermittlung dient nicht nur zur Ermittlung der Gesamtlänge der verlegten Strecke, sondern auch zur Angabe der Entfernung zu einer Fehlerstelle, entweder offen oder kurzgeschlossen. Durch Vorgabe des Kabel-NVP-Wertes sind diese Aussagen mittlerweile sehr präzise. Ein integrierter Tongenerator, in Verbindung mit einem optionalen induktiven Empfänger, hilft bei der Zuordnung von nicht dokumentierten Strecken. Neben der klassischen Vollbelegung mit 8 Leitungen (plus Schirm) in 4 Adernpaaren unterstützt das Gerät auch Ethernet-Cross-Over-Kabel, 2-paarige Kupferkabel und spezielle Industrial Ethernet-Verkabelungen.

Das Leistungsvermögen einer Datenstrecke wird auch bei den neuen Qualifizierungstestern ermittelt, indem sie Ethernet-Pakete bei 10/100/1000 Mbit/s über das Hauptgerät in die passive Datenstrecke eingespeisen, am Endgerät die Signale „umdrehen“ und zum Hauptgerät zurückschicken. Dort wird untersucht, ob es bei der Übertragung der Daten zu Verlusten von einzelnen Datenpaketen gekommen ist. So darf gemäß dem IEEE 802.3ab 1 Gigabit Ethernet-Standard in 10 Sekunden Testzeit kein einziges Datenbit verloren gegangen sein. Dieser einfache OK/Fehler-Test ermittelt innerhalb weniger Sekunden, ob die installierte Datenstrecke Anwendungen wie Ethernet oder 1 Gigabit Ethernet unterstützt. Da Ethernet das am häufigsten benutzte Protokoll von Sprach- bis Videoübertragung in Netzwerken ist, eine Schlüsselaussage.

Bisher konnten derartige Belastungstests nur an passiven Strecken durchgeführt werden, ohne eine aktive Komponente, wie z.B. einen Switch, dazwischen zu haben. Die neuen Geräte erlauben nun sogar Belastungstests über aktive Komponenten (Hubs und Switche) hinweg. Somit können geplante Erweiterungen eines Netzwerkes bereits im Vorfeld simuliert werden. Hierzu werden jeweils spezielle Testsignale erzeugt, wie sie bei Sprach-, Video-, Daten- und CCTV-Anwendungen über das Ethernet-Protokoll verwendet werden. Bandbreitenengpässe und Netzwerkfehler, welche Datenverlust zur Folge haben können, werden somit bereits im Vorfeld äußerst einfach aufgespürt und können somit proaktiv angegangen werden.

Ein weiterer Schwerpunkt bei der neuen Generation von Qualifizierern wurde auf die erweiterte Ethernet-Fehlersuche gelegt. Ergänzend zu den bereits früher möglichen DHCP- (automatisierte Adressvergabe) und Ping-Tests stehen nun weitere nützliche Werkzeuge zur Fehlerdiagnose zur Verfügung. So lässt eine „Hub Blink“-Funktion eindeutig aktive Datendosen zum jeweiligen Switchport zuordnen. Ist man am Netzwerk angemeldet (entweder über DHCP oder statische Adressierung) lässt sich mittels Netzwerk-Scan-Funktion schnell Übersicht über die vorhandene Anzahl an Stationen gewinnen. Einzelne Stationen können auch bewusst mittels Ping gesucht werden. So lässt sich schnell herausfinden, ob z.B. Zugriff auf einzelne Server oder Drucker möglich ist. Mit der Traceroute-Funktion ergänzt man die Suche mit Informationen zu Stationen auf dem Weg zur Zieladresse, die sich auch ausserhalb des eigenen lokalen Netzwerkes befinden kann. Somit können z.B. Zugriffsprobleme aufs Internet eindeutig entweder als intern oder Provider-verursacht zugewiesen werden. Ein immer wichtiger werdendes Testszenario ist die Überprüfung von PoE/PoE+ (Power-über-Ethernet), also der Fernspeisung von Endgeräten. SignalTEK II ermöglicht hier sowohl die Erkennung von Spannung, als auch die Simulation von Last auf diesen Ports. Dies ist wichtig, da oft bei Defekten in den Ausgangsstufen der aktiven Komponenten zwar die Leerlaufspannung von 48V ansteht, aber bei Belastung sofort einbricht. Alle Ethernet-Diagnosetools sind sowohl für IPv4-, als auch für IPv6-Netzwerke verfügbar, somit ist die Zukunftssicherheit gewährleistet. Zusätzlich bei Test an Glasfaserstrecken können noch Sende- und Empfangspegel ermittelt werden, sofern von den verwendeten SFP-Modulen unterstützt.

Alle durchgeführten Tests werden im Gerät abgespeichert und können mittels USB-Stick zum Ausdruck über den PC exportiert werden. Es ist keine spezielle Auswertesoftware erforderlich, da als Datenformat wieder das bewährte XML-Format gewählt wurde, was von jedem Internet-Browser unterstützt wird. Dies erlaubt die vollständige Dokumentation eines Netzwerkes sowohl nach der Neuinstallation, als auch bei der Fehlersuche.

Der helle 2,8“-Bildschirm mit Hintergrundbeleuchtung zeigt die Messergebnisse auch bei schlechter Beleuchtung deutlich lesbar an und hilft somit Ablesefehler zu vermeiden. Die Bedienung erfolgt über eine moderne Icon-basierende Bedienoberfläche. Fest zugeordnete Funktionstasten in Verbindung mit Multifunktions- und Cursor-Tasten ermöglichen eine intuitive Bedienung, verringern den Einarbeitungsaufwand und erhöhen die Produktivität im Feldeinsatz, da die Tests in kürzester Zeit abgeschlossen sind. Wie bei allen Messgeräten von IDEAL INDUSTRIES NETWORKS ist der frei konfigurierbare Autotest, ein kompletter Testlauf über mehrere Einzeltest hinweg, für sofortige umfassende Prüfungen auch bei SignalTEK II eine Selbstverständlichkeit.

Eine wesentliche Kosten- und Zeitersparnis stellen zudem die vom Anwender direkt vor Ort austauschbaren RJ45-Kontakteinsätze dar, die bei Abnutzung mittels des mitgelieferten Spezialwerkzeuges unverzüglich und problemlos ausgetauscht werden können. Durch sein robustes gummiertes Gehäuse ist der Tester auch den anspruchvollsten Einsatzanforderungen gewachsen.

SignalTEK II empfiehlt sich besonders für Installationen in kleinen Unternehmen, Wohngebäuden und ähnlichen Anwendungen, die keine Zertifizierung nach ISO/IEC- bzw. EIA/TIA-Standards erfordern. Mit vielen Funktionen zur Fehlerdiagnose in Netzwerken erweist er sich als äußerst vielseitiger und kostengünstiger Handtester und als zukunftssichere Investition für die Installation und Wartung von Netzwerken.

Alfred Huber, IDEAL INDUSTRIES GmbH, Juni 2012
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